Projektreise: „Kompetenzzentrum für Klein- und Mittelunternehmen in Handwerk und Dientstleistung“

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Projektreise: „Kompetenzzentrum für Klein- und Mittelunternehmen in Handwerk und Dientstleistung“

Kurzbericht
Ruanda Projektreise März 2013

Projektbezeichnung: Competence Center for Small and Middle Enterprises (CCSME)(Kompetenzzentrum für Klein- und Mittelunternehmen in Handwerk und Dientstleistung) in Gisenyi, District Rubavu, Province de l’Ouest

Partnerorganisation vor Ort: Cooperative de Lutte contre la Pauvrete (CLCP Dusugire) in Deutschland: Friends of Ruanda e.V.

Zur Situation in Ruanda:

Ansprechpartner: Eliphaz Ntibizerwa

von Gabriele Lauterbach-Otto

Die Mehrheit der Ruander lebt von der Landwirtschaft. Wichtigste landwirtschaftliche Exportgüter sind Tee und Kaffee (mit entsprechender Abhängigkeit von den Weltmarktpreisen). Durch umfangreiche Modernisierung der Kaffeeplantagen mit entsprechender Qualitätsverbesserung erfüllt der ruandische Kaffee inzwischen die Exportkriterien für das Hochpreissegment (die US- Kette Starbuck’s bezieht u.a. Kaffee aus Ruanda).

Nennenswerte Bodenschätze sind nicht vorhanden, so dass sich die ruandische Regierung um einen Ausbau des Dienstleistungssektors und der Industrialisierung des Landes bemüht.
Den privat-wirtschaftlichen Bereich fördert die Regierung Ruandas durch Verbesserungen der Rahmenbedingungen. Beim Doing-Buisness-Indikator der Weltbank 2012, der die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Aktivitäten misst, hat sich Ruanda über die Jahre kontinuierlich verbessert und belegt nun Platz 45 von 183 Plätzen weltweit.Trotzdem leben noch etwa 57% der Bevölkerung in Armut.

Erfolge zeigt die Regierung auch bei der Bekämpfung der Korruption. Auf dem Korruptionsindex von Transparency International hat Ruanda seine Position ständig verbessert und erreichte 2011 Rang 49 von 182 Ländern.
Mit der politischen Stabilisierung erfährt der Tourismus auch staatlicherseits Forcierung, z.B.durch Verbesserung der touristischen Infrastruktur, Bemühungen um die Sicherheit von Touristen u.s.w. Langfristige Planungen zielen auf einen Qualitätstourismus. Hinzu kommt, dass mit den sog. „Straßensäuberungstagen“, die monatlich stattfinden und an denen alle mitmachen, Ruanda heute zu den saubersten Ländern Afrikas zählt – mit positiver Wirkung für Tourismus und Investoren. Die USA und die EU, vor allem Deutschland, sind für Ruanda die wichtigsten Handelspartner.

Das Projekt

Der Verein „Friends of Runda“ und die Kooperative CLCP in Gisenyi arbeiten eng zusammen. Sie untersützen vorwiegend Projekte, die die Bereiche Bildung, berufliche Bildung von Jugendlichen, Alphabetisierung von Erwachsenen, Gründung von Kleinbetrieben fördern. Das Kompetenzzentrum (CCSME) verfolgt das Ziel, jungen Menschen in ihrer Berufsausbildung und danach weiterzuhelfen, zu beraten und Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Die Unterstützung und Weiterbildung findet für verschiedene Berufsgruppen statt: Junge Akademiker, Arbeiter und Handwerker, landwirtschaftliche Arbeiter. Die Kooperative verfügt über erfahrene Mitglieder, darunter sind z.B. Experten für Betriebswirtschaft, landwirtschaftlicher Entwicklung sowie Lehrer und Berufschullehrer. Im Bedarfsfall werden Referenten auf Honorarbasis engagiert.

Als ich das Zentrum besuchte, fand gerade ein einwöchiger „work-shop“ für junge Uni- Absolventen, die eine Firma gründen oder sich selbständig machen wollen, statt. Referenten informierten über administrative Prozesse, wie z.B. Registrierung von Unternehmen bei Behörden, Grundlagen einer Betriebsführung, Qualitätsmanagements, Voraussetzungen für einen Bankkredit u.s.w. Ich nahm einen Vormittag lang an diesem work-shop teil und sprach anschließend mit einigen Studenten und Studentinnen. Alle möchten unbedingt voran kommen, etwas bewegen und aufbauen. Das hat mich sehr beeindruckt: nicht nur den Wunsch ihre Situation zu verändern und zu verbessern brachten die Teilnehmer/innen zum Ausdruck, sondern sie haben auch den Enthusiasmus, Neues zu schaffen. Die Studenten und Studentinnen kommen aus verschiedenen Landesteilen Ruandas zu dieser Fortbildung. Das bedeutet, sie müssen im Zentrum auch übernachten und essen. Es gibt neben 2 Büros und einem Seminarraum einen Schlafsaal für Frauen, einen für Männer, einen Speiseraum und ein Küche. Der Andrang bei jedem Fortbildungsseminar ist so groß, dass viele der Bewerber Absagen erhalten weil die Räumlichkeiten nicht ausreichen. Die Leiterin und Koordinatorin des CCSME Euphrasie Usabyimbabazi denkt an eine Erweiterung des Zentrums. Das wäre auf jeden Fall sinnvoll.

März, 2013

2018-12-25T14:13:29+00:00