Interview mit Engagement Global zur Entsendung unserer Freiwilligen 2020

Als eine von sehr wenigen Entsendeorganisationen des Programms Weltwärts hat Friends of Ruanda fünf Freiwillige im Dezember 2020 nach Ruanda in den Freiwilligendienst entsendet. Das folgende Interview trägt den besonderen Umständen, in denen das vonstattenging sowie dem mutigen Pilotcharakter dieser Entsendung Rechnung.

Der Verein Friends of Ruanda hat die Entsendung von Freiwilligen nach Ruanda wieder aufgenommen. Was hat sie zu dieser Entscheidung bewogen? Welche Schritte haben Sie unternommen, bevor Sie diese Entscheidung getroffen haben?

Die Entsendung von Freiwilligen war das ganze Jahr über sehr ungewiss und hing von einer Vielzahl von Kriterien ab, die wir ständig im Blick behalten mussten. Da wir bei Friends of Ruanda zutiefst vom Sinn dieses entwicklungspolitischen Lerndienstes überzeugt sind, haben wir die Bedingungen kritisch geprüft und das Ergebnis Engagement Global zur Gegenprüfung gegeben. Hilfreich war, dass wir am Einsatzort sehr gut vernetzt sind und dadurch ständig Informationen aus erster Hand über die aktuelle Lage hatten. Zudem reisten einige unserer ehemaligen Freiwilligen ab August auf eigene Initiative nach Ruanda und konnten uns sowohl über die Einreisebedingungen als auch über die Situation bei den Partnern detailliert informieren. Der Austausch mit den neuen Freiwilligen war in dieser Situation auch intensiver als sonst. Eine Menge an zusätzlichen Informationen mussten weitergegeben werden. Gut war, dass Friends of Ruanda drei vorbereitende Präsenzseminare abhalten konnte. Das resultierende Gesamtbild gab uns die Gewissheit, dass eine Entsendung derzeit möglich und sinnvoll ist. 

Wie ist die Situation in Ruanda in Bezug auf Corona?

Die ruandische Regierung hat sehr restriktive Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie ergriffen und diese Maßnahmen auch rigide durchgesetzt. Entsprechend niedrig sind die Fallzahlen und das obwohl für afrikanische Verhältnisse viel getestet wird. Das führte dazu, dass das Auswärtige Amt Ruanda bis heute nicht als Covid-19 Risikogebiet einstuft. Mittlerweile sind die schärfsten Maßnahmen, wie inner-ruandische Reisebeschränkungen, Schließung der Schulen und Universitäten und eine fast totale Ausgangssperre wieder aufgehoben. Leider ist ein Großteil der Bevölkerung durch die Covid-19 Maßnahmen in starke wirtschaftliche Bedrängnis geraten. Für unsere Partner ist es auch ein kleiner Lichtblick, dass wieder weltwärts-Freiwillige einreisen werden.

Welche Maßnahmen haben Sie getroffen, um die Entsendung von Freiwilligen sowohl für die Freiwilligen selbst als auch für die Menschen vor Ort, also beispielsweise die Menschen im Partnerprojekt sicher zu gestalten?

Wir haben uns zunächst das Hygienekonzept erklären lassen und dann unseren Partnern finanzielle Hilfen für die Ausstattung mit Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln zur Verfügung gestellt. Da die Freiwilligen selbst zwei Covid-19 Tests vor und während der eigentlichen Einreise absolvieren müssen, ist praktisch ausgeschlossen, dass sie Covid-19 nach Ruanda mitbringen.

Wie reagieren die Freiwilligen auf die Situation, gibt es vermehrte Unsicherheiten?

Alle Freiwilligen haben sich sehr gefreut, dass es doch noch dieses Jahr losgehen wird und waren dankbar, dass Friends of Ruanda ihnen das ermöglicht. Diese Reaktionen waren eine schöne Bestätigung für unseren Kurs, uns nicht entmutigen zu lassen und weiter an einer Entsendung zu arbeiten. Vor jeder Entsendung haben die Freiwilligen Respekt vor der neuen Situation und den Veränderungen, die auf sie zukommen werden. Ich hatte nicht den Eindruck, dass die aktuelle Lage dem noch weitere gravierende Unsicherheiten hinzufügte.

Das Interview auf der weltwärts-Website lesen