Zielsetzung und Vereinsentwicklung

Unser Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar mildtätige und gemeinnützige Ziele. Zweck des Vereins ist die Hilfe zur Selbsthilfe, indem unbürokratisch und direkt vor Ort zusammen mit einer Partnerorganisation entwickelte, nachhaltige und langfristige Projekte zur Verbesserung der Elementarversorgung und des Lebensstandards der Bevölkerung von Ruanda gemeinsam umgesetzt und durchgeführt werden.

Im Jahr 2018 zählte FOR 62 Mitglieder. Es konnten zehn Mitglieder dazu gewonnen werden. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten ehrenamtlich. Die Schwerpunkte in den vergangenen 13 Jahren ist die berufliche Bildung junger Menschen und die Förderung und Entwicklung des Handwerks und von Kleinstunternehmen vor Ort. Der Verein unterstützt und fördert aktuell vier Projekte in Ruanda.

Friends of Ruanda e.V. hat im Jahr 2018 ca. 77.000 EUR an privaten Spenden- und Fördermittel erhalten. Dazu kommen staatliche Zuschüsse in Höhe von ca. 48.000 EUR für den Freiwilligendienst.

Vereinsaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit

10-jähriges Jubiläum und
Entsendung von Weltwärts-Freiwilligen
8.9.2018, Zachersmühle in Adelberg

Ein gelungenes Fest!

Bei herrlichem Ruanda-Wetter, im lockeren Ambiente der Zachersmühle, wurde unser Afrikafest gefeiert. Wunderschöne selbstgemachte Fahnen, mit afrikanischen Motiven, begrüßten die Gäste. Anlass war das zehnjährige Entsenden von Freiwilligen nach Ruanda.

Ehemalige Freiwillige hatten ein tolles Programm erstellt. Sie berichteten von ihren Einsätzen und brachten den Gästen mit Bildern und Videos „ihr Jahr in Ruanda“ nahe. Sehr beeindruckend waren die Erzählungen von ihren Einsätzen. Man konnte spüren, wie viel Freude sie hatten. Das Gefühl, wirklich etwas zu bewirken und auch mit kleinen Dingen viel Gutes zu tun, hat sich ihnen nachhaltig eingeprägt. Hut ab vor diesen jungen Menschen, die Herz haben und Engagement zeigen. Zu Gast waren auch die jeweiligen Partnerorganisationen der Projekte, die sich vorstellten. Sie leiten die Projekte in Ruanda und arbeiten eng mit unserem Verein zusammen.

Und was darf bei einem Afrikafest nicht fehlen?

Trommeln natürlich. Diese begleiteten eine Modenschau der besonderen Art. Die Models waren Mitglieder des Vereins. Sie durften die bunten, wunderschönen traditionellen Kleider aus Afrika vorführen. Diese waren in Handarbeit gefertigt. Die Schnitte und Stoffe so bunt. Etwas Besonderes eben. Durch die Trommeln wurde man gleich zum Mitmachen bewegt.

Die afrikanische Gruppe „Mayi Afrika“ aus Karlsruhe sorgte für beste Stimmung. So wurde schon früh ausgelassen getanzt.

Es gab natürlich auch afrikanisches Essen und Trinken. Ein Dank an das Zachersmühlen-Team, das nach einem unserer Rezepte Kulinarisches zauberte. Selbstgebrautes Bier, Tee und Kaffee aus Ruanda rundeten das Angebot ab.

Der kleine, aber feine Kunsthandwerkstand bot schöne Tücher, Taschen, Schmuck und sonstige handwerkliche Arbeiten an. Auch Kaffee und Tee aus Ruanda konnte man hier kaufen.

Der Abend rückte vor und ehe die Afrika-Disco das Rahmenprogramm beendete, gab es eine künstlerische Darbietung von Reinhard Geller: „Lullaby for an Underwater Continent“. Hier wurde Musik mit bewegter Malerei verbunden. Man konnte dies bei gedämpftem Licht und Stille auf sich wirken lassen.

Bald darauf wurde die Disco eröffnet und einfach nur noch gefeiert. Das hatten sich neben zahlreichen Gästen auch die fleißigen Helfer redlich verdient.

Weit nach Mitternacht ging ein buntes fröhliches Afrika-Fest zu Ende.

Rückblick Weihnachtsmarkt 2018

Trotz des milden Wetters am Vortag des Ersten Advents auf dem Bad Boller Weihnachtsmarkt konnten viele Marktbesucher*innen am Stand von Friends of Ruanda e.V. das eine oder andere Weihnachtspräsent aus dem Fundus des afrikanischen Kunsthandwerks finden oder einen schönen selbstgemachten Adventskranz erstehen.

Am fortgeschrittenen Nachmittag verlockte der Ausschank unseres spanischen Bio-Glühweins viele bekannte und unbekannte Gäste zum Verweilen für einen kleinen Plausch mit Freund*innen und Bekannten. Interessierte informierten sich über aktuelle Projekte in Ruanda und über das allgemeine Vereinsgeschehen.

Insgesamt konnten wir auch in diesem Jahr wieder von einem vollen Erfolg sprechen.

Für das Engagement und die Unterstützung bei der Vorbereitung, beim Aufbau, bei der Dekoration und beim Verkauf an unserem Stand wollen wir uns bei allen freiwilligen Helfer*innen herzlich bedanken! Unser besonderer Dank gilt auch allen Gästen und Interessierten, die unseren Stand besucht haben!

Der Erlös floss direkt in unser laufendes Projekt, die Erweiterung der Berufsschule im ruandischen Distrikt.

Projekte

Eines unserer langjährigen Projekte ist die Entsendung von Freiwilligen nach Ruanda über das weltwärts Programm des BMZ. Jährlich überschneiden sich 3 Generationen über die nachfolgend Michael Liebler berichtet:

weltwärts Freiwillige

Im Jahr 2018 hatten wir bei allen unseren Projektpartner Freiwillige:

  • Am Ubumwe Community Center (UCC): Selina (hatte ihren Freiwilligendienst um ein halbes Jahr bis Mitte Februar 2018 verlängert) und Daria
  • Am Bethel College in Ruhango: Martin
  • An der School for Hotel Business  and Tourism (SHBT) in Gisenyi: Friederike und Kathrin

Das SHBT wurde wegen der Erweiterung mit neuen Fachbereichen umbenannt in Ruhango Technical Collage (RTC).

Ende Februar 2018 veranstalteten wir wieder unser Zwischenseminar für die weltwärts Freiwilligen in Kibuye. Intensiv wurde reflektiert und Erfahrungen ausgetauscht, wie das erste halbe Jahr für die Freiwilligen im weltwärts Programm gelaufen ist. Zudem war genug Zeit sich auf das zweite Halbjahr vorzubereiten und sich ein Konzept für ein eigenes Projekt im Projekt zu überlegen, zu skizieren und vorzutragen.

Wie immer waren auch die Anleiter*innen aus den Projekten die letzten zwei Tage dabei und sie konnten, wie auch die Freiwilligen, von der jeweiligen Rückmeldung profitieren.

Mitte August kehrten unsere Freiwilligen zurück und beendeten mit dem Rückkehrer*innenseminar und einem Abschlussgespräch mit uns als Entsendeorganisation ihren Freiwilligendienst im weltwärts Programm.

Parallel dazu wurden unsere neuen Freiwilligen auf ihren Dienst in Ruanda mit dem Kennenlernseminar vorbereitet, das von FoR wie immer in Eigenregie durchgeführt wurde.

Nach dem Vorbereitungsseminar in Bonn, das von Quifd durchgeführt wurde, und einem Ausreisewochenende kurz vor dem Abflug, in dem wir die Freiwilligen nochmal die wichtigsten Punkte und Fakten vor Augen führten und mit unserer Chekliste auf das einstimmten, was sie zu erwarten hatten, kam die Reise nach Ruanda, wo das UCC und das RTC als Partnerorganisation auf unsere Freiwilligen wartete.

Neu an Bord waren Mona, Marie, Valerie und Louis.

Im Jubiläumsjahr 2018 fanden zwei Festivitäten statt, die das zehnjährige Bestehen des weltwärts Programms feierten.

Friends of Ruanda war seit 2008 bei weltwärts als Entsendeorganisation dabei und hat daher ein eigenes Fest in der Zachersmühle in Adelberg veranstaltet, das mit vielen Informationen zum weltwärts Freiwilligendienst aufwartete, aber auch mit kulturellen Beiträgen wie Trommelgruppen, einer afrikanischen Modeschau, der Videoperformance von Reinhard Geller „Lullaby for an Underwater Continent“ und Tanz aufwartete. Ein anschließender Workshop für unsere eingeladenen Partnerorganisationen im weltwärts Programm aus Ruanda ließ Platz zum Erfahrungsaustausch und konnte vertieft in verschiedene Aspekte des Freiwilligendienstes einführen.

Eine zweite Veranstaltung wurde in Berlin direkt von weltwärts ausgerichtet. Von uns nahm eine kleine Delegation teil, die auch einen Beitrag zum Kongressprogramm leistete, indem unsere positiven Erfahrungen mit unserer „Checklist for best Practice“ vorgetragen und illustriert wurden. Das stieß auf positive Resonanz.

Rubavu Technical College (RTC)

Im Kontext der aktuellen politischen Stimmung, in dem es um die Bekämpfung von Fluchtursachen geht, greifen unsere Berufsschulprojekte schon seit Beginn der Vereinsgründung diese Thematik auf. Friends of Ruanda e.V. ist der Ansicht, dass berufliche Bildung mit damit einhergehender Wirtschaftsförderung vor Ort die beste Antwort bietet auf die Frage, wie  Zukunftsperspektiven junger Afrikaner*innen in deren Heimatsländern entwickelt werden können. Friends of Ruanda e.V. initiierte in Kooperation mit dem Partnerverein vor Ort eine Berufsschule mit guter Infrastruktur und ein Kompetenzzentrum für kleine Betriebe, in dem junge Gründer*innen in den Bereichen Wissensmanagement und Existenzgründung Unterstützung finden. Die ständige Weiterentwicklung der Schule ist ein Grundpfeiler unserer Vereinsarbeit.

Martin Vinzentz berichtet über die laufenden Weiterentwicklungen des Rubavu-Berufsschulzentrums:

Im Frühjahr 2019 konnte das RTC sein fünfjähriges Jubiläum feiern. Die frühere Schule für Hotellerie, Gastronomie und Tourismus ist das größte Projekt von Friends of Ruanda e.V. und heißt seit Mai 2018 Rubavu Technical College TVET (RTC), da die Schule mittlerweile neben Kochkunst, Hauswirtschaft, Rezeption und Tourismus auch Kfz-Antrieb sowie Elektrik, Telekommunikation und elektronische Dienstleistungen, Straßenbau und Mauerwerk anbietet. Aktuell verhelfen 35 Mitarbeiter*innen den rund 500 Schüler*innen in überwiegend dreijähriger Ausbildung zu einem staatlich anerkannten Abschluss. Die meisten Schüler*innen leben im schuleigenen Internat. Was uns besonders freut: die Mehrzahl der Schüler*innen ist weiblich!

Die Schule wurde 2013 mit Mitteln des BMZ gebaut und mit Hilfe einiger deutscher Stiftungen erweitert. Der Lehrbetrieb wird aus Schulgeld finanziert.

Erfreulicherweise ist es gelungen, ruandische Lehrer*innen zu mehrmonatigen Praktika in Hotels und in einem Kfz-Betrieb nach Deutschland zu vermitteln, um hier kundenorientiertes Handeln zu erleben und rationelle Arbeitsweisen zu verstehen. Auch konnten Lehrer*innen an der Paul Kerschensteiner-Schule in Bad Überkingen sowie in der Stiftung Liebenau in Ravensburg hospitieren. Im Mai 2018 waren zwei im Ruhestand befindliche deutsche Lehrer über den Senior Experten Service in Bonn für vier Wochen an die Schule gekommen. Sie bildeten die ruandischen Lehrer*innen weiter, um deren Unterricht noch praxisbezogener gestalten zu können.

Leider ist die Fluktuation so hoch, dass von den aktuell 19 Lehrkräften nur noch eine Lehrerin der ersten Stunde dabei ist. Gründe sind die Wechselbereitschaft bei minimalen Gehaltserhöhungen! Gemeinsam mit der Schulleitung versuchen wir, Strategien zu entwickeln, um Wissen und Erfahrungen nicht so leicht zu verlieren. Auch die Übergabe an Nachfolger*innen muss in diesem Zusammenhang noch optimiert werden.

Die baulichen Maßnahmen im Bereich Küche und Autowerkstatt sind Ende 2018 erfolgreich abgeschlossen worden. Es gibt jedoch nach wie vor Verbesserungsbedarf – speziell in Sachen Platz und Hygiene, der umgesetzt werden muss, um einer möglichen Schließung durch Behörden entgegen zu wirken.

Der Bereich Straßenbau und Maurer ist akkreditiert, hat aber zu wenig Schüler*innen für einen wirtschaftlichen Betrieb. Die Schule trägt sich generell durch Zahlungen der Schüler*innen.

Es ist geplant, mit Hilfe privater Unterstützer in nächster Nachbarschaft ein Hotel mit Restaurant sowie eine Kfz-Werkstatt aufzubauen, um mittelfristig dort direkt die duale Ausbildung sowie weitergehende Abschlüsse (A1) anbieten zu können.

Friends of Ruanda e.V. bedankt sich bei allen Helfer*innen und Unterstützer*innen, die tatkräftig oder finanziell bei der Vereinsarbeit, sei es vor Ort oder auch in Ruanda, mitwirkten und zum Gelingen der Projekte beigetragen haben.

Wir freuen uns auch weiterhin über Euer/Ihr Engagement!