Jahresbericht 2017

Zielsetzung und Vereinsentwicklung

Unser Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar mildtätige und gemeinnützige Ziele. Zwecke unseres Vereines ist die Hilfe zur Selbsthilfe, indem unbürokratisch und direkt vor Ort zusammen mit einem Vereinspartner entwickelte, nachhaltig und langfristige Projekte zur Verbesserung der Elementarversorgung und des Lebensstandards der Bevölkerung von Ruanda gemeinsam umgesetzt und durchgeführt werden. 

Im Jahr 2017 zählte FOR 52 Mitglieder. Es konnten 4 Mitglieder dazu gewonnen werden. Alle Mitglieder des Vereins arbeiten rein ehrenamtlich. Die Schwerpunkte in den vergangenen 11 Jahren bis heute ist die berufliche Bildung für junge Menschen und  die Förderung und Entwicklung des Handwerks und Kleinstunternehmen vor Ort. Der Verein unterstützt und fördert aktuell 4 Projekte in Ruanda.

Friends of Ruanda hat im Jahr 2017 ca. 80 000€ an privaten Spenden- und Fördermittel erhalten. Dazu kommen staatliche Zuschüsse in Höhe von 40 000€ für den Freiwilligendienst.

Vereinsaktivitäten/Öffentlichkeitsarbeit

Zum Jahresende präsentierten wir uns auch im vergangenen Jahr wieder mit unserem Marktstand auf dem Bad Boller Weihnachtsmarkt. Nachfolgend ein kurzer Rückblick:

Rückblick Weihnachtsmarkt 2017

Der kalte erste Voradventssamstag sorgte auch in diesem Jahr wieder für einen erfolgreichen Umsatz. Der Ausschank unseres legendären Glühweins aus spanischen Qualitätsweinen lockte so manchen bekannten und unbekannten Marktbesucher an die Stehtische, welche wiederum zu einem Schwätzchen einluden. Darüber hinaus wurden Informationen über unsere aktuellen Projektentwicklungen in Ruanda ausgetauscht. Die selbstgemachten Türkränze waren wieder vor Marktende verkauft und das afrikanische Kunsthandwerk fand selbst zu dieser kalten Jahreszeit so manchen Käufer. 

Für das Engagement und die Unterstützung bei der Vorbereitung, beim Aufbau, bei der Dekoration und beim Verkauf an unserem Stand, wollen wir uns bei allen freiwilligen Helfern herzlich bedanken! Unser besonderer Dank gilt auch allen Gästen und Interessierten, die unseren Stand besucht haben! 

Der Erlös floss direkt in unser laufendes Projekt, die Erweiterung der Berufsschule im ruandischen Distrikt Rubavu (http://www.friends-of-ruanda.org/hotelfachschule.html).

Nachfolgend möchten wir einen Überblick über die Projekte, die Friends of Ruanda mitinitiiert hat und deren Entwicklung im Jahr 2017 geben.

Projekte

Eines unserer langjährigen Projekte ist die Entsendung von Freiwilligen nach Ruanda über das Weltwärts-Programm des BMZ. 

Jährlich überschneiden sich 3 Generationen über die Eliphaz Ntibizerwa und Michael Liebler berichten werden:

Weltwärts-Freiwillige

Rückblick auf das Jahr 2017

Unsere ursprüngliche Motivation als Entsendeorganisation Freiwillige nach Ruanda zu entsenden, basiert auf primär drei Grundgedanken: 

a) Die Freiwilligen sollen vor Ort tatkräftig in den Projekten mitarbeiten und dabei

b) soll ein kultureller Austausch befördert werden, sowie

c) nach deren Rückkehr als MultiplikatorInnen in dem breiten Feld der Entwicklungszusammenarbeit zu agieren.

1. Generelles:

Friends of Ruanda e.V. ist als Entsendeorganisation seit 2008 gemäß der Richtlinie zur Umsetzung des

Entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes Weltwärts vom 01.08.2007 des BMZ anerkannt. Ebenso als Träger eines „Anderen Dienstes im Ausland“ nach § 14b Abs. 1 und 3 Zivildienstgesetz (ZDG). Wir bieten zurzeit insgesamt sechs Plätze in Ruanda an: Vier Plätze in oder bei der Stadt Gisenyi und zwei Plätze in der Südprovinz in Ruhango. Generell gelten die Grundvoraussetzungen von Weltwärts (siehe weltwaerts.de).

Alle sechs Stellen werden nur einmal jährlich neu besetzt. Der Freiwilligendienst bei FoR e.V. dauert jeweils 12 Monate.

Für alle Einsatzstellen gilt: Kost und Logis vor Ort werden von uns, bzw. dem Partnerverein getragen sowie Hin- und Rückflug und Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung gestellt. Die Freiwilligen erhalten ein Taschengeld von 100€ pro Monat und verpflichten sich an Vor-, Zwischen- und Nachbereitungsseminaren teilzunehmen. Für alle drei Projekte sind Französischkenntnisse von Vorteil, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Ab dem Entsendejahr 2011 bitten wir unsere Freiwilligen einen Unterstützerkreis aufzubauen umso die Akzeptanz, das Interesse und die Unterstützung des entwicklungspolitischen Jahres im persönlichen Umfeld zu steigern. Entsandt wird i.d.R. Ende Juli/Anfang August, so dass nach Rückkehr noch genug Zeit bis zur Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums bleibt. Neben aktuellen Schulabgängern begrüßen wir auch ausdrücklich Bewerbungen von BewerberInnen mit abgeschlossener Berufsausbildung, Migrationshintergrund, aus benachteiligten sozialen Kontexten und solche, die aus dem Raum Göppingen und dem Umfeld unseres Vereins kommen. Allgemein ist es uns wichtig, dass die BewerberInnen anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen, sowie flexibel und zuverlässig sind und eine gewisse Selbständigkeit mitbringen. Unsere Freiwilligen gehen i.d.R. nach dem Abitur nach Ruanda und haben bereits Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, mit Menschen mit Behinderung und Jugendlichen, die sie durch ehrenamtliches Engagement, Praktika und durch LeiterInnentätigkeiten (Sportgruppen und AGs) während ihrer Schulzeit sammeln konnten.

Es gelingt den Freiwilligen schon nach kurzer Zeit ein Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen, bzw. SchülerInnen aufzubauen, wobei sich die in Deutschland

vorbereiteten Aktivitäten (Sport, Freizeitgestaltung) als äußerst hilfreich erwiesen. So konnten die Freiwilligen in den vergangenen Jahren schon bald selbstständig ihrer Arbeit nachgehen. Zusätzliche Angebote reichten vom Englischunterricht, diverse AGs, Feriencamp bis über Schwimmunterricht am Kivusee. Sie erstellten mit ihren AnleiterInnen einen Wochenablauf und fügten sich so in die Aktivitäten des jeweiligen Projekts ein. Während des Weltwärts-Jahres konnten die Freiwilligen wertvolle Erfahrungen für sich selbst sammeln und bekamen einen Einblick in die internationale Entwicklungszusammenarbeit.

Der kulturelle Austausch als Ziel setzt Toleranz, Offenheit, Respekt und Verständnis voraus. Da unsere Freiwilligen meist über keine oder nur geringe Auslandserfahrungen (touristischer Aufenthalt, ggf. Schulaustausch) verfügten, war eine intensive Vorbereitung notwendig.

Seit dem Jahr 2012 führen wir alle unsere Seminare selbst durch, bzw. haben qualifizierte SeminarleiterInnen und ReferentInnen, welche die Durchführung für uns übernehmen. Bei weniger Besetzung wie die Generation 2017 – 2018 kooperieren wir mit anderen Organisation, insbesondere bei dem Vorbereitungsseminar. Hauptsächlich mit Fid-Service und Beratungsstelle.

Unsere Arbeit im Rahmen des Freiwilligendiensts beginnt zu Jahresbeginn mit einem Zwischenseminar.

Zwischenseminar (Fw.Gen.16-17): vom 22.02.-28.02.2017 in Kibuye, Ruanda

Etwa sechs Monate nach der Ausreise organisierte der Verein dann ein Zwischenseminar. Das Seminar fand in einem kirchlichen Gästehaus in Kibuye und somit außerhalb der Projektorte der FW statt. Während der fünf Seminartage wurden die ersten sechs Monate reflektiert und über Probleme und Herausforderungen gesprochen. Zusätzliche zwei Tage wurden bei diesem Seminar angeboten an denen Vertreter der Partnerorganisationen  eingeladen waren, um gemeinsam Zurückzublicken, was während der letzten sechs Monate gut gelaufen war, was nicht so gut lief und was gemeinsam verbessert werden konnte. Wichtig hierbei war die Nutzung der schon ein Jahr davor gemeinsam erstellt Checkliste. Unsere Partnerorganisationsteilnehmer sind nach wie vor davon begeistert, dass wir die einzige Entsendeorganisation sind, die beim Zwischenseminar die Partnerorganisationen mit einbeziehen. Der Vergleich rührt daher, weil 5 Anleiter unserer Partnerorganisationen mit dem Koordinator Kagabo an der Partnerorganisationskonferenz in Ostafrika im Januar 2017 in Nairobi zum gegenseitigen Austausch, teilgenommen hatte.

Im Rahmen des Zwischenseminars setzten die beiden Hauptreferenten Michael und Eliphaz weitere Impulse für die restlichen 6 Monaten. Die Freiwillige wurden motiviert ihr eigenes Projekt im Projekt nach dem Motto im FSJ „eigenen Spuren“ zu hinterlassen“ und mit der Durchführung eines Projektes sichtbar machen. Genau darum geht es in einem selbstgesteuerten Projekt, das in der zweiten Hälfte des FSJ-Jahres in der Einsatzstelle durchgeführt werden sollte. 

Nach 12 Monaten kehrten die Freiwilligen am 26.07.2017 zurück.

Da ein Freiwilligendienst mit einem Rückkehrseminar und Abschlussgespräch mit dem Vorstand endet, haben unseren 3 Zurückgekehrten pflichtbewusst an allen Maßnahmen teilgenommen. 

Rückkehrseminar: 13.09. bis 17.09.2017 in Bonn

Das Nachbereitungsseminar fand in Bonn statt und wurde an  den fid-service & Beratungsstelle übergeben. 

fid-Rückkehrerseminare:

Die fid-RückkehrerInnen-Seminare sind ein trägerübergreifendes Angebot für Freiwillige in internationalen und entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten.

Sie werden mit zwischen 10 und 30 TeilnehmerInnen durchgeführt. Die Seminarzeiten für die TeilnehmerInnen variieren durch die teilnehmer- bzw. prozessorientierte Arbeitsweise, individuell in der Regel zwischen 6 und 10 Zeitstunden pro Seminartag.

Die BegleiterInnen sind generell langjährig qualifiziert und überwiegend auf Honorarbasis tätig.

fid-RückkehrerInnen-Seminare dauern 5 Tage mit täglicher Angebots- bzw. Arbeitszeit. Seitens der KursbegleiterInnen von 12-14 h, einschließlich Vor-/Nachbereitungszeiten und täglichem ‚Offenen Team‘ in den Abendstunden. Pro Kurs werden zwischen 1-3 BegleiterInnen und in der Regel einzelne ReferentInnen eingesetzt. Seminare für RückkehrerInnen dienen der eingehenden Betrachtung und Auswertung nachhaltiger Erfahrungen aus dem Freiwilligendienst.
Sie bieten

  • qualifizierten Erfahrungsaustausch zu zurückliegenden persönlichen Konflikten und Erfahrungen in der interkulturellen Begegnung

  • Vergewisserung über Möglichkeiten und Grenzen der partnerschaftlichen Zusammenarbeit

  • Selbstvergewisserung persönlicher (neu erworbener) Kompetenzen

  • Aufgreifen persönlicher neuer Lebensperspektiven und Ideen des sozialen oder politischen Engagements

Beim Abschiedsgespräch an einem gemeinsamen Essen in Zachersmühle am 25.11.2017 bei dem der Vorstand und  die Freiwillige teilnahmen bedankt sich FoR für das Engagement der Freiwilligen und überreicht den FW die Dienstbescheinigung. Die FW versicherten uns, sich weiterhin bei FoR zu engagieren. Wir blicken auf ein sehr gelungenes Jahr mit den drei Freiwilligen zurück.

Es ist leider nicht vermeidbar, dass in der Freiwilligendienstarbeit nur eine Generation betreut wird. Bei guter Planung werden nur zwei Generationen betreut.

Vorbereitung und Ankunft unserer neuen Freiwilligen (FW-Gen.17-18) in Ruanda

Nach einer langen Vorbereitungsphase kamen unsere 5 Freiwilligen am 10.08.2017 in Ruanda an.

Bis dahin war es ein langer Weg. Wie bei jeder Entsendung begannen, hat die Kandidatenauswahl im Oktober 2016 begonnen. Bis Februar 2017 konnten wir für unsere Partnerorganisationen (POs) in Ruanda fünf motivierte junge Leute finden, darunter vier junge Frauen und einen jungen Mann. Zwei Freiwillige für die Partnerorganisation Aparude in der Schule College Bethel in Ruhango und zwei für unsere Partnerorganisation School of Hotel Business und Tourismus (SHB & T) in Gisenyi / Rubavu und eine bei unserer Partnerorganisation Ubumwe Community Center Projekt (UCC) ebenfalls in Gisenyi / Rubavu. 

Die Vorbereitung begann wie jedes Jahr mit einem Kennenlernseminar. Dieses fand am Wochenende vom 19.05. – 21.05.2017 in Stuttgart statt.

 

Dieses Wochenende ist in erster Linie dafür gedacht, dass sich die Freiwilligen untereinander und ihre Entsende Organisation (EO) Friends of Ruanda e.V (FoR) kennen lernen. Außerdem sollen sie wichtiges über das Gastland Ruanda erfahren. Eines der wichtigsten Themen für dieses Wochenende ist es aber auch Organisatorisches abzustimmen. Was ist bis zur Abreise zu tun – auf der Seite der EO und auf der Seite der Freiwilligen selbst? Darunter zählen die Flugtickets zu buchen, die Dokumente für den Visumsantrag, die Versicherungen und die Termine der kommenden Seminare.

Das Vorbereitungsseminar muss vor Abreise mindestens 15 Tage umfassen. Ein Teil davon wurde dem Fid-Service (Freiwillige internationale Dienste, http://fid.ageh.org/)  übergeben, der sein Seminar vom 19.07. bis 28.07.2017 in Bonn durchführte.  Während dieser 10 Tage beim waren unsere Freiwilligen mit Freiwilligen anderer EOs zusammen. Die Tage dienten vor allem allgemeinen entwicklungspolitischen  Themen,  Fragen interkulturellen Verhaltens und der Selbstreflexion. So ein Treffen mit den Freiwilligen aus anderen Organisationen ist auch für unsere Freiwilligen sehr wichtig.

Nahtlos nach dem fid-Seminar ging es weiter mit dem Ausreisewochenende vom 28.07.2017 – 30.07.2017. Dieses Wochenende ist sowohl für die Freiwilligen als auch für FoR sehr wichtig, denn es ist das Wochenende, um die Vorbereitungen zu bewerten und zu überprüfen. Sind all die notwendigen Unterlagen für die Einreichung des Visumsantrags und sonstigen Unterlagen besorgt? Und die Freiwilligen werden darüber informiert, was von ihnen erwartet wird, wenn sie am Flughafen ankommen. Wir reden viel über die Struktur der POs und die Projekte. Wer sind die wichtigsten Ansprechpartner in jedem Projekt, welche Personen werden mit den Freiwilligen zu tun haben?

Ein Leitfaden des ganzen Jahres wird in Form eines Checklistendokuments, das durch die POs und FoR erarbeitet wurde, Punkt für Punkt mit den Freiwilligen besprochen. Sie werden so detailliert darauf vorbereitet, was sie erwartet und welche Erwartungen sie an die Partnerorganisationen haben dürfen.

Ein erlebnispädagogischer halber Tag rundete dieses Ausreiseseminar unserer FW mit einer Aktion ab: Felsklettern im Freien. Neben der vielen Theorie und dem langen Sitzen sollte auch Bewegung und Sport nicht zu kurz kommen. Außerdem schult das Klettern die Teamfähigkeit und lehrt, dass man sich in bestimmten Situationen auf andere verlassen können muss. Diese Aktion fand am 29.07.2017 statt und fand ihren Ausklang auf dem afrikanischen Fest in Nürtingen.

Die Vorbereitung ist zwar sehr zeitintensiv, aber wir können auch sicher sein, dass unsere neuen Freiwilligen gut geschult sind, um das freiwillige soziales Jahr in Ruanda sowohl persönlich als auch für die Einsatzstelle erfolgreich zu durchlaufen.  

Am 09.08.2017 war der Tag der Abreise. Die Freiwilligen sind um Mitternacht in Ruanda angekommen und mussten eine Nacht in Kigali übernachten. Danke an unsere POs und den FoR-Koordinator, die die Freiwilligen am Flughafen empfangen haben und willkommen hießen!

Unter dem Empfangskomitee war auch unsere freiwillige Selina, die ihren Freiwilligendienst um 6 Monate bis Januar 2108 verlängert hat.

Eine Woche nach der Ankunft trafen sich die Anleiter, die Vertreter der POs und die Freiwilligen bei einem  Einführungsseminar. Dies fand vom 17.08. – 19.08.2017 in Kabari-Gisenyi/Rubavu statt.  

Einführungsseminar 

Neben dem gegenseitigen Kennenlernen sind die wichtigsten Themen die ruandische Kultur und die gemeinsame Erarbeitung eines Jahresplans. Zudem wurde von beiden Seiten über die gegenseitigen Erwartungen gesprochen. 

Gruppenarbeit:

Am Ende des Seminars gab es einen Ausflug mit Spaziergang und einer Fahrt mit dem Boot  auf dem Kivusee.

Wir danken den ehemaligen Freiwilligen Fiona, Julia, Yudith, Jan und Tillmann, die bei der Vorbereitung der neuen Freiwilligen mitgewirkt haben.

Wir danken auch den neuen Freiwilligen für ihre aktive und engagierte Mitarbeit an allen Vorbereitungsseminaren.

Wir wünschen den neuen Freiwilligen ein erfolgreiches Jahr und viele gute Erfahrungen im Land der Tausend Hügel.

Bestehenden Termine;

  • Zwischenseminar : 22.02. – 28.02.2018

  • Rückkehrseminar :  24.09. – 28.09.2018

Nun zu einem unserer größten Projekte, der Hotelfachschule, die sich nach und nach mit dem Zuwachs einzelner Bereiche weiterentwickelt.

Hotelfachschule

Im Februar 2017 haben wir die Erweiterung der Berufsfachschule um den Bereich der KFZ-Mechaniker und -Mechatroniker mit einer großen Einweihungsfeier gefeiert.

Nachfolgend berichtet uns Kagabo Vincent von diesem Event (der Bericht ist auf Englisch, jedoch mit ganz vielem Bildmaterial ergänzt):

OUR PARTY REPORT

Rubavu Polytechnic College & Friends of Ruanda – Achievement Party

Time Started: 3PM – Time Ended: 8PM

Part One: Introduction of the school to the Visitors (Partner Organization-FoR and other guests)

Visitors (Local Leaders and others invited guests) with Friends of Ruanda Members visited different workshops to show the teaching materials (equipment) and new class rooms most of which sponsored by FoR e.V. used by students and teachers to enhance quality educations. The school accommodate 355 students (including boys and girls) and 18 staff (administration & teaching staff).

Part Two: Students presented different games, Poems, Made in Rwanda fashion show, dances, songs and different speeches by honored guests. 

Made in Rwanda Fashion Show – Organized Beatrice, Diane and Selina, Sponsored by FoR

This was to boost students’ confidence and show how African culture is of great pride.  

Top five students who passed Nation Examination were given a reword by Friends of Ruanda. (All students-50 all of whom got marks allowing them a government scholarship).

Part Three: Having Special Diner in the School’s Restaurant

A la Carte Menu was used basing on the guests’ choice! The Food and Drinks was so delicious. 

The part was closed by dance, all the guests, teachers and few students in the restaurant of the school danced together. 

Kagabo Vincent

Zum Anlass der Einweihungsfeier haben Diana Mehlbeer und Selina Schrag eine Modenshow mit einer Gruppe von SchülerInnen vorbereitet:

Fashion Show 2017 in Ruanda

Im Februar 2017 reisten wir (Mitglieder des Vereins Friends of Ruanda) nach Ruanda.

Die Idee eine Modenschau in Ruanda zu planen, kam mir beim Mitmachen einer Modenschau der etwas anderen Art in Stuttgart bei einer Künstlerin namens Hannelore Karin Kober.

Sie hatte die Idee Kleidung z.b. aus recyclebaren Materialien anzufertigen und mit Modellen die nicht den gängigen Modellen alla Germanys Next Top Modell entsprechen, eine Modenschau zu gestalten.

Aus Dieser Inspiration heraus, wollte ich eine Modeschau in der Hotel – und Gastro Schule veranstalten.

Die afrikanischen Stoffe sind sehr schön bunt und farbenprächtig und von erstklassiger Qualität.

Die wir einfach einmal präsentieren wollten. Ich finde es auch erstrebenswert die Kultur und Tradition des Landes aufrecht zu erhalten und damit das Land und die Menschen zu stärken, da sie oftmals dem Westen nacheifern und so die Werte und Traditionen verlorengehen.

Selina eine der Freiwilligen die Ihr freiwilliges Soziales Jahr in der Hotel – und Gastro Schule absolviert, plante mit mir das Event, sie organisierte alles vor Ort, das war sehr hilfreich für die Umsetzung und Planung der Modenschau!

Wir ließen einen Kostenvoranschlag für das Einkaufen des Stoffs und Nähen der Kleider machen, da wir eine kostengünstige Variante vornehmen wollten, und das Budget begrenzt war.

Zwei Termine zum Proben reichten aus um das Gehen zu üben, die Teilnehmer waren sehr kreativ und setzten sofort Ihre eigenen Ideen um.

Am 3. März war es dann soweit, wir trafen uns bevor es dann losging und übten nochmals den Ablauf.

Es hat sehr viel Freude gemacht die Studenten ließen Ihre Ideen einfließen und zeigten nicht nur die ruandischen traditionellen Kleider sondern auch die afrikanischen traditionellen Kleider sowie die dazugehörenden Kalebassen und anderes Equipment.

Ein solches Event ist dann auch in Zukunft geplant, man möchte bei Besuchen in anderen Schulen, bzw, auch einmal in Hotels in der näheren Umgebung eine Fashion Show veranstalten.

Diana Mehlbeer

Martin Vincentz gibt uns im folgenden Bericht einen Überblick über den aktuellen Sachstand der Berufsschulentwicklung:

Status – School of Hotel Business and Tourism Gisenyi / Rubavu

Zum Ende Januar 2018 kann man den Stand der Dinge mit Zufriedenheit beschreiben:

Seit 31. Januar 2018 ist der am 9. Oktober 2017 versendete Container mit Ausrüstungsgegenständen insbesondere für die neuen Ausbildungsgänge endlich vom Zoll in Kigali freigegeben worden und auf dem Weg zur Schule. Dank Unterstützung in Höhe von EUR 47.368 durch www.lemon-aid.de kann die Schule nun den geforderten Stand der Bildungsbehörde „Workforce Development Authority (WDA)“ erreichen. Hunderte von Dingen mussten beschafft, beschrieben und haarklein zum Bildungsplan erläutert werden um insbesondere einen zollfreien Import zu ermöglichen.

Ein Wermutstropfen ist, dass uns Mitte Januar erst einmal die Akkreditierung für die Fächer Straßenbau und Mauerwerk versagt wurden – aus Mangel an Schulräumen und –ausstattung. Umso erfreulicher ist, dass folgende Ausbildungsgänge akkreditiert wurden: Tourismus, Kochkunst, Kfz-Antrieb sowie Elektrik, Telekommunikation und elektronische Dienstleistungen. Selbstverständlich werden wir die Zulassung der vorerst versagten Ausbildungsgänge erneut versuchen!

Die Akkreditierung war eine hohe Hürde, da für sie auch diverse bauliche Projekt innerhalb weniger Monate umgesetzt werden mussten. Eine neue Schulkantine, die Ausbildungsküche, eine Werkstatt für die Mauer sowie zwei neue Klassenzimmer waren zum Schulbeginn im Februar 2018 fertig zu stellen! Dank einem breiten Freundeskreis von FoR konnten im November 2017 EUR 25.000 binnen weniger Tage aufgebracht werden. So sind die meisten Dinge heute bereits umgesetzt.

Erfreulich, dass es uns gelungen ist, den Kfz-Lehrer Marcel für zwei Monate nach Deutschland zu bekommen (Nie war es so schwer wie dieses Mal…). Nach tagelanger wetterbedingter Odyssee in Amsterdam landete er am 12. Dezember 2017 in Stuttgart. Seitdem lebt er bei Familie Schrag in Geislingen und macht mit großer Freude sein Praktikum – primär in einer Kfz-Werkstatt, aber auch in einer LKW-Werkstatt und auch im www.bbw-rv.de in Ravensburg wo er bei Cornelius wohnen konnte. Am 8. Februar fliegt er – zusammen mit einigen Mitgliedern von FoR – wieder zurück.

Mit diesem Berufsbildungswerk hatten wir erste vielversprechende Gespräche für eine Kooperation um deutsche Schüler und Lehrer für einige Wochen nach Ruanda zu schicken und eventuell auch wieder ruandische Lehrer hier hospitieren zu lassen. Das BBW ist eine ideale Ergänzung, da hier viele Erfahrungen mit Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen mit eingeschränkten Fähigkeiten bestehen, die den ruandischen Realitäten noch mehr gerecht werden als unsere ausgezeichnete Kooperation mit der www.paul-kerschensteiner-schule.de in Bad Überkingen.

Von dieser Schule werden im Mai 2018 zwei im Ruhestand befindliche Lehrer für vier Wochen über www.ses-bonn.de nach Ruanda gehen. Herr Bandsze und Herr Goerke werden hier insbesondere unsere Lehrer weiter bilden um deren Unterricht noch praxisbezogener gestalten zu können.

Noch ein paar Zahlen: Zum Ende des vergangenen Schuljahres hatten wir 386 Schüler, dieses Jahr werden wir wohl die 500 überschreiten… Aus 29 Angestellten werden 35. Trotz der eher männlichen neuen Ausbildungsgänge ist die Mehrzahl der Schüler/innen weiterhin weiblich; die Mehrheit nutzt auch unser Internat! – Die Schule heißt immer noch so wie bisher (SHBT), der geplante Namenswechsel zu einer Polytechnic School ist lang und steinig…

Da die Schule immer größer wird und auch gleichzeitig die Anforderungen der WDA weiter steigen wird es ab Anfang März 2018 eine Art Advisory Board bestehend aus dem Vorstand von FoR und Martin Vincentz geben um die weitere Entwicklung konstruktiv und effizient zu gestalten.

Installation einer Solaranlage auf dem Berufsschulgebäude

Unter Anleitung von Anton Cindric und Cornelius Leopold wurde die gespendete Solaranlage des Fraunhofer Instituts in Stuttgart mit dem Solartechniker auf dem Schulgebäude im Februar installiert.

Ehemalige Straßenkinder

Die Schreinerausbildung ist ein Relikt, welches sich aus dem Straßenkinderprojekt heraus entwickelte. Jugendliche, die dem Straßenkinderzentrum entwachsen waren und aufgrund ihres Alters nicht mehr in Familien und Schulen reintegriert werden konnten, wurden in unterschiedliche Handwerksbetriebe vermittelt und fachlich vor Ort begleitet. 2 KFZ-Lehrlinge, wie 2 Schneiderinnenlehrlinge haben ihre relativ praktisch ausgerichtete Ausbildung in ihren Betrieben in den vergangenen Jahren bereits abgeschlossen.

Cornelius Leopold der die Projektverantwortlichkeit für den Schreiner vor einem Jahr übernommen hat, berichtet nun nachfolgend vom weiteren Verlauf:

Schreinerprojekt

Als Schreinermeister und Ausbilder im Liebenau Berufsbildungswerk Ravensburg, durfte ich zusammen mit meiner Ausbildungsgruppe (13 junge Fachwerker für Holzverarbeitung und Schreiner), über zwei Jahre die Ausbildung von Evariste zum Schreiner in Ruanda verfolgen und begleiten. Über das Internet bestand in den zwei Jahren ein monatlicher Austausch zwischen der Ausbildungsbegleitung und mir. Meine Auszubildende und ich waren immer sehr neugierig auf die Fortschritte und Bilder von Evariste. Im Gegenzug, konnte Evariste an unserer Ausbildung teilnehmen. Meine Auszubildende fotografierten einzelne Arbeitsschritte ihrer Arbeiten. Anhand dieser Bilder konnte Evariste z.B. eine Schlitz- und Zapfenverbindung lernen und im Möbelbau anwenden. Meine Auszubildende waren beeindruckt, unter welchen Bedingungen Evariste seine Ausbildung macht und was für Ausbildungsmöglichkeiten sie in Deutschland haben.  Oft hörte ich den Satz; – „Wenn Evariste das mit solch einfachen Mittel hin bekommt, müssen wir das erst recht schaffen!“

Im März 2017 durfte ich bei einem dreiwöchigen Besuch Ruanda und Evariste kennen lernen! Meine Auszubildende wären gerne dabei gewesen. Für Evariste haben sie einen guten Stemmeisen – Satz gekauft! Mit den Stemmeisen für Evariste und weiterem verschiedenem Werkzeug für die Ausbildungsschreinerei konnte ich bei meinem ersten Besuch in der Schreinerei eine große Freude bereiten. Bei einem weiteren Besuch in der Schreinerei konnte Evariste die neuen Stemmeisen schärfen und diese in einem Workshop für eine einfache Zinkenverbindung testen. Wir fertigten in meinem Workshop genagelte und gezinkte Eckverbindungen an. Dabei zeigte sich Evariste sehr aufnahme- und lernfähig. Im Umgang mit dem Werkzeug (Anzeichnen mit Winkel, Schmiege und Bleistift, dem Sägen mit einer Japansäge und dem Arbeiten mit den Stemmeisen) stellte sich Evariste geschickt an. Schon die erste eigen angefertigte Zinkenverbindung war recht passgenau! Evariste lernte vom Zusehen, dem gemeinsamen Anfertigen und dem Nachmachen. Mit der zweiten selbstständig angefertigten Zinkung und seiner Motivation bewies Evariste, dass er die Eckverbindung verstanden hat. Die Stabilität der gezinkten Eckverbindung konnten wir mit der genagelten Eckverbindung testen und vergleichen!

Mir hat es eine große Freude bereitet, in der Schreinerei mitzuarbeiten und Evariste mit dem Workshop motivieren zu können. Mir kam eine große Dankbarkeit und Freude von Evariste entgegen. Nach meinem Workshop besuchte mich Evariste am Sonntag Mittag am Kivusee. Vor meiner Abreise sahen wir uns nochmals in seiner Ausbildungsschreinerei. 

Evariste arbeitet weiter in der Schreinerei. Er ist lernbereit und ist sehr zufrieden!

Cornelius Leopold

Regina Ristig berichtet nachfolgend über eines unserer ersten Projekt von FOR:

Patenprojekt

Patenschaftsprojektbericht 2017

2017 haben 18 Paten die Patenschaft über 24 Patenkinder.

Für einige Patenschaften wird noch der alte Beitrag von 30 Euro gezahlt. Diese Paten sollen in den nächsten Tagen kontaktiert und die gestiegenen Summen bekannt gegeben werden. Es kann dann noch zu Veränderungen kommen. 

Im Jahr 2017 hat es eine neue Patenschaft gegeben. Der Kindergarten Weiler hat für zwei Jahre die Patenschaft für zwei Kinder übernommen. Die Eltern des Kindergartens sind sehr engagiert in diesem Patenschaftsprojekt, so dass die Aussicht besteht hier eine längere Patenschaft zu bekommen. Es gibt für 2018 drei Anfragen für eine Patenschaft. Diese sind aber noch nicht ganz konkret.

Es gibt Überlegungen auch Patenschaften für die Studierenden an der Hotelfachschule zu ermöglichen. Da hier die Summen wesentlich höher sind ist noch nicht klar auf welcher Basis die Förderung erfolgen kann. Stipendium über einen Spendentopf oder Ähnliches .

Überlegungen laufen noch.

Wir bedanken uns bei allen Helfern und Unterstützern, die tatkräftig oder finanziell bei unserer Vereinsarbeit, sei es vor Ort oder auch in Ruanda, mitgewirkten und zum Gelingen beigetragen haben.

Wir freuen uns auch weiterhin über Euer/Ihr Engagement!

2019-10-23T11:00:23+00:00